Sprache

Sprache fördern bei Babys und Kleinkindern: miteinander ins Gespräch kommen

Du unterstützt die Sprache deines Kindes, wenn du mit ihm über das sprichst, was es gerade erlebt, seine Laute und Gesten beantwortest und ihm Zeit zum Antworten gibst. Gemeinsames Anschauen von Bilderbüchern, Erzählen und Singen bieten weitere Gelegenheiten. Das beginnt bereits vor dem ersten Wort.

In diesem Beitrag

Auch ohne Wörter ist schon Austausch möglich

Ein Baby beteiligt sich an eurem Miteinander mit Blicken, Lauten und Bewegungen. Mit der Zeit werden vertraute Wörter und wiederkehrende Alltagssituationen miteinander verbunden. Das Verstehen und das eigene Sprechen entwickeln sich dabei nicht gleichzeitig.

Als praktische Anregung kannst du einen kleinen Dialog entstehen lassen: Dein Baby macht einen Laut, du antwortest mit einem ähnlichen Laut oder ein paar Worten und lässt eine Pause. Vielleicht antwortet es erneut. Vielleicht schaut es nur. Beides darf Platz haben; du musst keine Reaktion herauslocken.

Sprich über das, was euch gerade beschäftigt

Wähle Worte für etwas, das dein Kind gerade sehen, hören oder fühlen kann. Beim Händewaschen könnte das heißen: „Das Wasser läuft.“ Wenn draußen ein Fahrzeug sein Interesse weckt: „Du schaust den Bagger an.“ So bekommt Sprache einen Bezug zur gemeinsamen Situation.

Für dich kann es leichter sein, an einem vertrauten Tagesmoment anzusetzen: morgens am Fenster, auf dem Weg zur Kita oder beim Ausziehen der Schuhe. Such dir einen davon aus. Es geht darum, miteinander etwas zu teilen. Du brauchst dazu keine vorbereiteten Wortlisten und musst nicht den ganzen Tag erzählen.

Bei ersten Wörtern: aufnehmen und ergänzen

Sagt dein Kleinkind „Hund da“, könntest du antworten: „Ja, da läuft ein Hund.“ Du gehst auf die Mitteilung ein und bietest zugleich einen vollständigen Satz an. Wenn Wörter noch anders klingen, musst du dein Kind nicht zum richtigen Nachsprechen auffordern. Auch Zeigen und Gesten bleiben gültige Wege, dir etwas mitzuteilen.

Lass dein Kind ausreden und wende dich dem Inhalt zu. Wenn es müde wird oder sein Interesse verliert, darf euer Gespräch enden. Eine Frage kann den Austausch öffnen; viele Prüfungsfragen hintereinander können aus einer schönen Situation eine Aufgabe machen.

Bilderbücher dürfen wie Spielen aussehen

Setzt euch mit einem passenden Bilderbuch zusammen und lasst euch von einer Seite leiten. Vielleicht schaut ihr einen Vogel an, macht sein Geräusch nach und blättert wieder zurück. Bei kleinen Kindern gehören Anfassen, Anschauen und Mitmachen zum Entdecken des Buchs. Ihr müsst die Geschichte nicht von vorne bis hinten lesen.

Wenn dein Kind heute nur zwei Bilder ansehen möchte, könnt ihr dort aufhören. Lege das Buch so ab, dass ihr es beim nächsten passenden Moment wiederfindet. Das ist ein Vorschlag für euren Alltag, kein festes Lesepensum.

Worauf du im Alltag achten kannst

Wann Kinder erste Wörter sprechen und wie schnell weitere dazukommen, ist unterschiedlich. Achte neben Wörtern auch darauf, wie dein Kind Kontakt aufnimmt und sich verständigt. Altersangaben beschreiben eine Orientierung und beurteilen nicht die Entwicklung deines einzelnen Kindes.

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Häufige Fragen

Muss ich mein Kind beim Sprechen korrigieren?

Greife seine Aussage in passender Form auf, ohne richtiges Nachsprechen einzufordern. Im Vordergrund steht, was es dir sagen möchte.

Ist Vorlesen schon für Babys sinnvoll?

Ja, gemeinsames Bilderbuchanschauen und Erzählen ist bereits im ersten Lebensjahr möglich. Richte dich danach, woran dein Baby Interesse zeigt.

Wann sollte ich mir Unterstützung holen?

Wenn du Zweifel an der Sprachentwicklung hast, wende dich an die Kinderarztpraxis. Ob Unterstützung nötig ist, braucht eine individuelle Einschätzung; ein Ratgeber oder eine App kann keine Sprachentwicklungsstörung feststellen.

Grundlagen & Quellen

Die Spielabläufe und Alltagstipps sind redaktionelle Anregungen von Spielzeit. Die Quellen erklären die zugrunde liegenden Prinzipien des kindgerechten Spielens.

Einige Quellen sind auf Deutsch oder Englisch.

Bei Fragen oder Sorgen zur Entwicklung deines Kindes wende dich an deine Kinderarztpraxis. Diese Informationen ersetzen keine individuelle Abklärung.

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